2015-05-04 20.24.52
Im Angriff: Matthias Bieniek im Spiel gegen die Styrian Studs.

Ganz knapp sind die Wanderers beim Champions Bowl an einer Sensation vorbei geschrammt – und das gleich mehrfach. Erstmals gelang es den Walldorfern, erfahrene Teams aus Dänemark und Österreich in Bedrängnis und an den Rand einer Niederlage zu bringen. Dass bei dem hochklassigen Turnier am Ende nur zwei Siege aus acht Partien heraussprangen, rückte angesichts dieser Leistung in den Hintergrund. Das Fazit: Die Wanderers machen im europäischen Vergleich auf die Spitzenteams weiter Boden gut. Der dafür nötige starke Teamzusammenhalt zeigte sich besonders auch abseits des Feldes: Zahlreiche Wanderers, die an diesem Wochenende nicht im aktiven Kader standen, stellten sich voll in den Dienst der Mannschaft und sorgten dafür, dass es allen Teams an nichts fehlte. Ob am Anschreibetisch, der Essensausgabe oder Turnierleitung – überall sorgten sie für einen reibungslosen Turnierablauf. Mit  diesen Erfahrungen wird auch Big Bowl IX auf und neben dem Feld ganz sicher ein Erfolg. Die Styrian Studs sicherten sich am Ende in einem hochklassigen Finale den Turniersieg gegen die Allerod Armadillos.

Nervös kaut der dänische Auswechselspieler auf den Fingernägeln. Seine Copenhagen Fusion haben in den vergangenen 39 Minuten und 56 Sekunden mehrfach teils sichere Führungen gegen die Wanderers aus den Händen gegeben. Jetzt entscheidet das letzte Play, ob es in die Verlängerung geht: Die Zeit steht. Fünf Yards sind es bis zur Endzone. Vier Sekunden sind noch auf der Uhr. Die Wanderers werden ihren vierten Versuch spielen. Einen Touchdown liegen sie zurück. Dann der Snap. Quarterback Benjamin Klever fängt den Ball und rennt vom Blitzer bedrängt seitwärts nach rechts. Receiver Christopher Hippmann sprintet zur vorderen rechten Pylone und ist für einen Moment freit. Klever wirft flach, damit der herannahende Verteidiger nicht an den Ball kommen kann. Hippmann hechtet nach dem Ball, doch das Leder berührt den Rasen, bevor er seine Hände darunter bekommt. Incomplete. Keine Zeit mehr. Kein Down mehr. Spiel vorbei.

Ähnlich war es den Wanderers zuvor im Spiel gegen die Klosterneuburg Indians aus Österreich ergangen. Da hatte man mit dem letzten Play sogar die Chance auf den Sieg. Doch eine Interception besiegelte die knappe 27-32-Niederlage. In ihrem letzten Spiel erzielten die Wanderers dann rekordverdächtige 51 Punkte gegen die Avedore Mammoths aus Dänemark, unterlagen aber dennoch knapp mit 51-55.

Insgesamt war die Leistung der Wanderers beim Champions Bowl trotz der Niederlagen eine deutliche Steigerung zum Big Bowl Halbfinale im vergangenen Jahr. Damals war man den Allerod Armardillos noch chancenlos hinterhergerannt. Gegen diese Armadillos setze es zwar auch diesmal wieder eine Niederlage, aber die Wanderers konnten zumindest dagegen halten und 26 Punkte erzielen. Die Armadillos machten 52.

Coach Carsten war am Ende der anstrengenden zwei Turniertage zufrieden: „Die Spiele hier haben ganz gut unsere Defizite aufgezeigt, aber auch, dass wir deutlich näher an die Top Teams herangerückt sind. Wir hatten die Teams auf Platz drei (Fusion) und vier (Mammoths) ganz kurz vor der Niederlage. Es war ein klasse Turnier!“ Team-Captain Benjamin Klever ist vom Zusammenhalt in der Mannschaft überzeugt: „Wir sind einfach ein geiles Team, ob auf oder neben dem Platz. Das ist viel wert. Das kann man nicht oft genug sagen. Der Champions Bowl war eine klasse Leistung von allen Beteiligten.“

Ergebnis-Ticker: WW – Allerod Armadillos 26:52 ++ WW – CopenhagenFusion 26:33 ++ WW – Hyenas 35:46 ++ WW – Klosterneuburg Indians 27:32 ++ WW – Kelkheim Lizzards 47:42 ++ WW – Avedore Mammoths 51:55 ++ WW – Graz Panthers 42:34 ++ WW – Styrian Studs 34:56

 

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