Die Wanderers haben das Finale des German Indoor Flagbowl 2013 gegen die Lizzards knapp verloren. In einem umkämpften Spiel unterlagen die Walldorfer ihren Kontrahenten aus Kelkheim hauchdünn mit 45-39 nach dreifacher Verlängerung. Der MVP-Titel (Offense) ging dennoch an den Walldorfer Christopher Hippmann. Damit bleiben die Wanderers Deutscher Vize-Meister in der Halle. Zuletzt war es ihnen gelungen die Titelserie der Lizzards bei den German Flag Open zu durchbrechen. Dieser Titel wird im Herbst neu ausgespielt. Die nächste große Herausforderung für das Team wird aber Big Bowl VII in Walldorf sein. Die Vorbereitung auf das internationale Turnier startet bereits in der kommenden Woche.

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Auch Minuten nach Spielende saß der Schock noch tief. Coach Carsten war mit der Leistung seiner Spieler trotz der Niederlage zufrieden. An Können, Leidenschaft und Einsatz hatte es am Ende nicht gelegen. Nur etwas Glück hatte vielleicht gefehlt. „Jeder hat alles für das Team gegeben, um den Titel zu gewinnen“, war sich der Trainer sicher. Dass es am Ende totz des couragierten Spiels für die Wanderers nicht zum Titel gereicht hatte, tat nicht nur dem mittlerweile heiseren Trainer sichtlich weh.

Alles hatte auf den ersten Hallentitel für die Wanderers seit 2009 hingedeutet. Wie bereits im vergangenen Jahr waren die Walldorfer ohne eine Niederlage ins Finale eingezogen. Durch Siege gegen Dortmund (21:12), Wiesbaden (31:0), Nürnberg (34:31) und Bremerhaven (35:14)  war die Stimmung im Team ausgezeichnet. Mit viel Selbstvertrauen ging es in das Finale.

Nachdem die Lizzards in Führung gehen konnten, gelang es Christopher Hippmann wiederholt die Kelkheimer Verteidiger hinter sich zu lassen. Präzise Pässe von Quarterback Benjamin Klever fanden regelmäßig ihr Ziel. Dennoch blieb es eng. Kurz vor Ende der zweiten Halbzeit verteidigten die Wanderers eine knappe Führung. Doch die Kelkheimer schafften dank ihrer Erfahrung und Ruhe den Ausgleich. Die Wanderers hatten zwar noch etwas über 40 Sekunden, um das Spiel im letzten Moment zu entscheiden, aber die Verteidigung der Lizzards packte beherzt zu und verhinderte die Niederlage.

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Zum ersten Mal in der Geschichte des German Indoor Flagbowl kam es zu einer Verlängerung. Die Wanderers erhielten das Angriffsrecht und erspielten sich souverän einen Touchdown samt Extrapunkt. Nun lag es an den Kelkheimern es ihnen gleich zu tun. Auch ihnen gelang es mit vier Versuchen von der Mittellinie die Endzone zu erreichen. Eine zweite Verlängerung wurde nötig, nachdem auch der Extrapunkt saß. Die zweite Extraperiode war ein Spiegelbild der ersten bis Lizzards-Quarterback Andreas Hufer beim Extrapunktversuch einen Pass in die rechte Ecke der Endzone feuerte – direkt in die Hände von Walldorf-Safety Julian Klitsch. Der machte sich sofort auf den Weg in die Kelkheimer Endzone. Doch Pfeifen und gelbe Flaggen ließen Böses ahnen. Der Referee an der rechten Auslinie der Endzone hatte auf illegalen Kontakt gegen den Walldorfer Verteidiger entschieden. Ein Pfiff, der in dieser Situation fragwürdig erschien. Die Walldorfer Bank war fassungslos und auch die Zuschauer quittierten die Entscheidung mit abschätzigen Gesten.

Diese Vorlage ließen sich die Lizzards nicht nehmen und nutzen ihre zweite Chance auf den Extrapunkt. In der folgenden, dritten Verlängerung gelang es der Wanderers Offense nicht zu punkten. Der anschließende Kelkheimer Touchdown reichte folglich ohne Extrapunktversuch zum etwas glücklichen Sieg der Lizzards.

Dennoch wurde deutlich, dass die Wanderers auch in der Halle die Lücke zu den Lizzards mittlerweile geschlossen haben. Mit vielen jungen Spielern kann das Team selbstbewusst in die Zukunft blicken. Sich bei Big Bowl VII auch international erfolgreich zu präsentieren ist das nächste Ziel der Mannschaft.

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