Die Walldorf Wanderers Ladies haben ihr erstes Auswärts-Turnier erfolgreich gestaltet. Auch wenn bei Bembel Bowl I in Bad Homburg noch nicht viel Zählbares in der Tabelle heraus sprang, schafften es die Ladies im Turnierverlauf 59 Punkte in den Spielen zu erzielen. Dabei erntete das junge Team viel Anerkennung für seine Leistung von der Konkurrenz und natürlich dem Rest der Wanderers Family. Die Herren mussten sich erst im Finale denkbar knapp der Nationalmannschaft Deutschlands mit 34:38 geschlagen geben. Zuvor waren sie ohne Niederlage durch Gruppenphase und Playoffs gekommen. Auch Walldorfer Flag-Football-Geschichte wurde geschrieben: Im Viertelfinale standen sich die Wanderers-Teams erstmals in einem Wettbewerb gegenüber.

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Mit kleinem Bembel: Die Ladies freuten sich am Ende über ihren Pokal.

Zwei Schlussphasen zeigten deutlich, dass es im Sport auch immer ein Quäntchen Glück braucht. Im Gruppenspiel gegen die Stuttgart Scorpions lagen die Wanderers wenige Sekunden vor Schluss mit 27-25 in Front. Die Stuttgarter waren mit Ballbesitz drauf und dran, das Spiel mit einem dramatischen letzten Drive für sich zu entscheiden. Dies gelang dann aber der Wanderers Verteidigung als Vasili Kartselos einen abgefälschten Pass abfing.  Wie eine (griechische) Gazelle bahnte er sich dann seinen Weg hakenschlagend bis die Endzone. Ein athletischer Catch von Christopher Hippmann setzte dem Sieg dann die Krone auf. Das Quäntchen Glück war auf Seite der Wanderers.

Wie schnell sich das Glück jedoch wenden kann, sollten die Wanderers im Finale erfahren. In der ersten Halbzeit hatten sie noch alles im Griff, führten mit zwei Touchdowns und hätten fast einen Pass des Nationalteams abgefangen. Doch mit Ende der Halbzeit erzielte Team Deutschland einen Touchdown, kam dann zu Beginn der zweiten Halbzeit in Ballbesitz und legte einen zweiten nach. Alles wieder offen. Coach Carsten blickte wenige Minuten vor Ende mit Sorge auf die Walldorfer 3-Punkte-Führung. Im nächsten Moment war diese auch schon weg, als ein langer Pass in der Wanderers-Endzone einschlug. Den Wanderers blieb aber noch Zeit zur Antwort. Die Schiedsrichter verloren in dieser Phase etwas den Überblick über das Geschehen. Mit auslaufender Uhr war sich der Unparteiische unsicher, wie er die Situation bewerten sollte. Er entschied sich dafür, noch einen Versuch nach Ablauf der Spielzeit spielen zu lassen. Der lange Passe fand jedoch nicht sein Ziel. Das Quäntchen Glück fehlte den Wanderers.

Die Wanderers Ladies waren unterdessen mit ihrem Auftritt zufrieden. „Gerade in den Playoffspielen haben wir nochmal eine Schippe draufgelegt und konnten einige gute Spielzüge zeigen“, sagte Sharina Becker. Die anderen Teams seien durchweg sehr fair gewesen. Vom Gruppengegner und Gastgeber Sentiflags gab es viel Lob: „Es ist bemerkenswert, wie sich das Team der Walldorf Ladies entwickelt und sowohl in Quantität als auch in Qualität immer besser wird. Wir finden das richtig ‚cool‘, dass ihr das auf die Beine stellt und obwohl ihr in der Männerkonkurrenz (noch) chancenlos seid, immer wieder mit Riesen-Spaß bei der Sache seid. Weiter so Mädels!“ Diesen Worten konnte sich Coach Carsten nur anschließen: „Die Entwicklung geht für unsere Mädels weiter in die richtige Richtung und ich blicke schon mit viel Freude auf die kommenden Turniere mit diesem tollen Team.“ Auch mit der Leistung der Wanderers war der Coach zufrieden: „Im Finale waren es nur Kleinigkeiten, die uns den Sieg gekostet haben. Da gilt es jetzt, im Training wieder härter zu arbeiten.“

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