Ein Spiel ohne Punkte. An so etwas konnte sich kein Wanderer erinnern. Nach Sonntag ist das nun anders. Denn den Fire Bowl in Idar-Oberstein eröffneten die Wanderers mit einem 0-0 gegen die Lalo Greyhounds. Die Null blieb auch bei zwei weiteren Partien stehen – allerdings auf der richtigen Seite. Der Grund: Die Wanderers-Defense erwischte einen Sahnetag und ließ insgesamt nur 18 Punkte zu. Diese Leistung ebnete den Weg zum ersten Turniersieg der Walldorfer in diesem Jahr. Gleichzeitig geht damit die Hallensaison zu Ende. Aus drei Hallenturnieren holten die Wanderers zwei dritte Plätze und einen Sieg. Nun beginnen die Vorbereitungen auf eine der herausforderndsten Outdoor-Seasons der Teamgeschichte. Nach dem Gundbach Bowl warten Champions Bowl und Big Bowl IX.

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Ein Tag der Defense: #9 Julian Klitsch bei einer seiner 
vielen Interceptions. #2 Jonathan Vorrath hätte sich 
in dieser Szene sicher auch über einen Pick gefreut.
Fotos: bit.ly/coachcarstensfotos

Es gibt in Deutschland nicht viele Turniere, an welchen die Wanderers noch nicht teilgenommen haben. Der Fire Bowl stand bis Sonntag auf dieser kurzen Liste. Dass bei der ersten Teilnahme gleich ein Turniersieg heraussprang, war allerdings ein hartes Stück Arbeit. Gleich zu Beginn stotterte der offensive Motor gewaltig. Ohne Punkte endete die Partie die Lalo Greyhounds. Sichtlich frustriert trottete der von einer Erkältung geplagte Quarterback Simon Walther vom Feld. Am Ende war er aber froh, dass die Wanderers Defense ebenfalls keine Punkte zugelassen hatte. Ein Trend, der sich in den letzten beiden Spielen des Tages fortsetzen sollte.

Davor kam aber auch die Offense, die auf Leistungsträger wie Fabian Achenbach und Benjamin Klever verzichten musste, in einen Rhythmus. Bei Siegen mit 20-6 gegen die Frankfurt Purple Flags und die Darmstadt Diamonds mit 19-12 war die nötige Lockerheit zurück in den Reihen der Walldorfer. Es folgte das Glanzstück der Defense: Im Spiel gegen die Mainz Legionaries hielten die Verteidiger der Wanderers eine der besten Offensiv-Formationen des Turniers bei null Punkten. Die Rückkehr von Safety Julian Klitsch und Cornerback Andreas Schneider gaben der Verteidigung den nötigen Boost, nachdem die Verletzten aus dem Turnier in Nürnberg noch nicht wieder genesen waren.

Im Finale gegen die Cologne Vikings reichten 13 Punkte der Offense, um den Turniersieg nach Hause zu bringen. Denn der Defense gelang es abermals, den Gegner trotz teilweise exotischer Offense-Plays punktlos zu halten. „Ich bin sehr stolz auf dieses Team“, stellte Coach Carsten am Ende fest. Nach einem holprigen Start habe sich die Mannschaft kontinuierlich verbessert. Auch Quarterback Simon Walther lobte seine Mitspieler: „Danke an die Defense für diese Topleistung, aber auch an das ganze Team. Wir haben stark zusammengehalten.“ Die Unterstützung kam auch von den Rängen, da einige verletzte Spieler mitgereist waren. Ein Zeichen für einen starken Teamgeist.

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