In diesem Jahr mussten die Wanderers nicht lange auf ihren ersten Titel warten. Gleich im ersten Wettbewerb des Jahres haben die Walldorfer bei Snow Bowl XIV in Ilmenau ein Finale für sich entschieden. In einem spannenden Spiel setzten sie sich mit 33-24 gegen die Nürnberger Daves Dawgs durch. Damit kehrten die Wanderers auf den Snow-Bowl-Thron zurück und haben zwei der letzten drei Snow Bowls gewonnen. Besonders erfreulich für die Offense war auch die Rückkehr von Receiver Fabian Achenbach, der nach seiner schweren Schulterverletzung bei der Europameisterschaft im September erstmals wieder ins Spielgeschehen eingreifen konnte. Auch für die Walldorfer Mädels war es wieder ein Schritt nach vorne: Laura Eichenauer spielte erstmals mit dem ersten Team einige Plays als Quarterback in einem Turnier und ihre Schwester Kathrin fing zwei Touchdowns von Starting-Quarterback Benjamin Klever. Insgesamt zeigt sich in diesem Jahr früh, dass sowohl Angriff als auch Verteidigung in der Lage sind, enge Spiele zu entscheiden, wenn es beim jeweils anderen Mannschaftsteil mal nicht so läuft. Es gibt also eine neue Hoffnung auf ein erfolgreiches Jahr.

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„Es ist wahr, einfach alles. Die Monster-Catches. Die tiefen Post-Routen. Die Touchdowns. All das gibt es.“ Ähnlich wie Han Solo im neuen Star Wars Film musste vielleicht auch Fabian Achenbach einige Zuschauer erneut davon überzeugen, wie explosiv er in der Walldorfer Offense sein kann. Denn wie die Handlung der alten Star Wars Filme lagen auch seine Heldentaten bereits eine ganze Zeit zurück. Über drei Monate ist es her, dass er sich die Schulter gebrochen hat. Unterdessen mussten die Wanderers zwei wichtige Turniere ohne ihn auskommen. Keine erneute Überzeugung über die Fähigkeiten seines Receivers brauchte Quarterback Benjamin Klever. Früh im Turnier ließ er seine Macht erwachen und kam zusammen mit Achenbach, Chris Hippmann, Matze Bieniek und Bartu Bilgiç in einen Rhythmus.

Den und eine große Portion Kampfgeist brauchten alle Wanderers besonders in den Playoffspielen am Sonntag, nachdem sie die Vorrunde am Samstag ohne Niederlage gemeistert hatten. Denn dort warteten nicht nur eine, sondern gleich drei dunkle Bedrohungen. In einem zerfahrenen Viertelfinale setzten sie sich knapp gegen die Werratal Salt Kings mit 13-6 durch. Auch das Halbfinale gegen die Munich Spatzen war ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Defense fand erst spät einen Zugang zum Spiel und eine Interception der Offense brachte die Wanderers in der ersten Halbzeit in Bedrängnis. Zur Pause lagen sie sogar zurück. Doch dann schalteten Klever und seine Receiver einen Gang hoch und erzielten die nächsten Punkte. Die entscheidende Wende kam dann zum Schluss, als Safety Vasili Kartselos vor dem potenziellen Ausgleich durch die Münchener einen Pass abfing und damit das Spiel für Walldorf entschied.

„Die Wanderers schlagen zurück“ lautete dann das Motto im Finale. Denn ein Jahr zuvor hatten Daves Dawgs die Walldorfer beim Snow Bowl aus dem Turnier gekegelt. Teilweise mit Hilfe von haarsträubenden Fehlern der Wanderers. Das sollte sich nicht wiederholen. Tatsächlich schafften es die Wanderers dann, besonders in der Offense früh den Ton anzugeben. Die Dawgs hielten aber wie erwartet mit ihrem Angriff gut mit. In dieser Phase waren die Extra-Punkte der entscheidende Unterschied. Während die Walldorfer ihre Zusatzversuche immer wieder anbringen konnten, scheiterten die Dawgs in dieser Kategorie wiederholt. Da die Wanderers sich im Angriff auch keine Interception erlaubten, konnten die Dawgs den Rückstand am Ende nicht mehr aufholen.

„Sehr stolz ich bin“, wird sich Coach Carsten am Ende gedacht haben.

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