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Kennt den Unterschied: Universe Receiver David Giron gab Wanderers.de 
 ein Interview zu Tackle- und Flagfootball.  Foto: Carsten Wolf Photography

Die Walldorf Wanderers schließen das Jahr mit ihrem sechsten Turniersieg in 2016 ab. In der heimischen TGS-Halle setzten sie sich am Sonntag beim Adventsbowl im Finale knapp mit 33-26 gegen die Spielgemeinschaft Rhein-Main United durch. Nach einer Niederlage in der Vorrunde gegen Würzburg sah es zunächst nicht nach einem Finaleinzug für Walldorf aus. Doch durch den furiosen Sieg der Wiesbaden Phantoms Allstars gegen Würzburg entschied die Punktedifferenz einen Dreiervergleich der Teams für die Wanderers. Alle drei hatten zwei Siege und eine Niederlage auf dem Konto. Mit David Giron durften die Walldorfer einen besonderen Gast beim Adventsbowl begrüßen. Der Receiver von Samsung Frankfurt Universe hat selbst Flagfootball-Erfahrung. Im Interview erklärte er, wo die Unterschiede in der Spielweise zwischen Flag- und Tackle-Football liegen.

Mal abgesehen von der offensichtlichen Unterschieden zwischen Flag- und Tacklefootball, inwiefern spielt sich Flag-Football für einen Tackle-Receiver anders?

Durch das kleinere Spielfeld passiert alles viel schneller. Besonders in einer engen Halle, musst du eine gute Verbindung zu deinem Quarterback haben, damit nichts schief geht und du schnell da bist, wo er dich haben will. Auch die Routen sind anders was die Länge und Cuts angeht. Flag-Football ist schon eine eigene Sportart. Man muss sich umstellen, aber es macht eine Menge Spaß.

Inwiefern sind die Routen beim Flag- anders als beim Tackle-Football?

Im Tackle-Football gibt es Routen-Konzepte, die speziell auf verschieden Defense-Varianten angepasst sind. Von meinem Gefühl her, gibt es beim Flag-Football fast nur Mann-Verteidigung. Das heißt, die Routen und Plays sind so gebaut, dass sie gegen diese Art von Verteidigung gut funktionieren. Das sind dann viele schnelle Routen, bei denen der Pass schon nach wenigen Sekunden kommt. Im Tackle-Football kommen die Pässe auch schnell, aber der Spielzug hat länger Zeit, um sich zu entwickeln und aufzubauen.

Und wie sieht’s mit der Ausrüstung aus?

Klar, im Tackle schränkt der Helm deine Sicht ein und je nach Shoulder-Pad kannst du auch deine Arme nicht so frei bewegen. Das ist besonders bei hohen Pässen eine Herausforderung. Aber man gewöhnt sich daran und nach einer Zeit ist es kein Problem mehr. Ich spiele jetzt seit zehn Jahren und fünf davon mit Helm und Pads. Man kriegt das schnell hin. Zurück im Flag-Football ist es natürlich trotzdem ein befreiendes Gefühl. Viele Bewegungen fallen dann etwas leichter. Man kann Flag-Football deshalb gut als Vorbereitung auf Tackle-Football nehmen. Der Ball ist ja derselbe und so kann man Routen laufen und Fangen lernen ohne sich schon Sorgen machen zu müssen, einen großen Hit zu kassieren.

Kannst du dir vorstellen, nach deiner Tackle-Karriere zurück zum Flag-Football zu gehen?

Auf jeden Fall. Ich möchte noch ein, zwei Jahre Tackle spielen und dann gucken, was kommt. Bis jetzt hatte ich Glück und bin von schweren Verletzungen verschont geblieben, aber im Football weiß man nie. Deshalb möchte ich es nicht zu lange spielen. Im Flag-Football sind schwere Verletzungen durch den geringeren Kontakt seltener. Deswegen würde ich sehr gerne wieder damit anfangen. Als Sportler würde mir sonst auch der Wettkampf fehlen.

 

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