Archive for Oktober, 2016

Die Wanderers haben die Outdoor-Saison mit einem Turniersieg beendet. In Koblenz setzten sie sich im Finale des ersten Knights Bowl knapp mit 26-20 gegen die Mainz Legionaries durch. Auch die Wanderers Ladys waren wieder mit von der Partie. Erstmals mit Sophia Böhmer auf der Quarterback-Position konnten sie viele Spiele eng halten und mussten sich teilweise nur sehr knapp geschlagen geben. Für die Teams der Koblenz Red Knights war es das erste Flagfootball-Turnier. Der Tackle-Club muss sich erst noch an die Flag-Routine auf und neben dem Platz gewöhnen. Einige Schwierigkeiten bei der Organisation des Turniers glichen sie aber durch hervorragendes Catering und viel Engagement aus. Für die Wanderers geht damit eine Outdoor-Saison mit acht Turnieren und drei DFFL-Spieltagen zu Ende. Zwei gewonnene Spieltage und  vier Turniersiege sind eine gute Bilanz. Das Saison-Highlight war natürlich Gewinn der DFFL-Meisterschaft auf eigenem Feld in Walldorf.

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Doppel-Tim-Kombi: Tim P. (links, voller Freude) und Tim H. gaben der Defense
 einen Push. In der Mitte steht Yazgi Koldemir vom Red Knights Vorstand.

Idyllisch zwischen Hügeln direkt am Rhein gelegen, bot das „Homefield“ der Koblenz Red Knights eine schmucke Kulisse für den ersten Knights Bowl. Tiefe Schlammlöcher auf dem Feld erhöhten den Schwierigkeitsgrad des Turniers. Eine Herausforderung, welche die Wanderers gerne annahmen. Da die Walldorfer etwas unterbesetzt angereist waren, musste Coach Carsten fleißig an seinem Kader basteln, um alle Positionen besetzen zu können. Von Anfang an spielten Receiver auch in der Defense, später dann Verteidiger auch in der Offense. Als dann Fabian Achenbach nach einem Touchdown-Catch gegen den direkt hinter der Endzone gelegenen Zaun knallte, ahnte der Coach bereits Böses. Tatsächlich konnte Achenbach ab dem Halbfinale wegen einer Armverletzungen nicht mehr mitwirken.

Zeit für Plan T: Da Achenbach auf beiden Seiten des Balls gespielt hatte, musste der Coach nicht nur Offense, sondern auch die Defense umstellen. Receiver Tim Petri stand sofort bereit, um die zweite Safety-Position neben Tim Hochstein einzunehmen. Die Doppel-Tim-Kombination war geboren und trug sofort Früchte. Gegen Koblenz im Halbfinale fing Tim P. gleich mehrere Interceptions und hatte sichtlich Spaß. Auf der anderen Seite machte Tim H. sein gewohnt spektakuläres Ding und pflückte sich mit langen Krakenarmen einige Bälle aus der Luft. Der größere Test für TimTim und den Rest des Teams wartete dann durch die Mainz Legionaries im Finale.

Das Match gegen die Mainzer entwickelte sich zu einem Schlagabtausch. Beide Teams punkteten scheinbar mühelos. Mit knapp 50 Sekunden auf der Uhr und einem 19-20-Rückstand kamen die Walldorfer am Ende des Spiels in Ballbesitz. Gegen die tiefe Zonenverteidigung der Mainzer reagierten Wanderers-Quarterback Benjamin Klever mit einem kurzen Pass, den Jonathan Vorrath bis zu Mittellinie trug. Wie bereits im DFFL-Finale war Center Matthias Bieniek danach eine wichtige Anspielstation bevor Marian „Steady Hands“ Becker den Ball mit wenigen Sekunden über die Goalline hielt. „Das Zeitmanagement kam uns dabei wieder einmal zu Gute“, befand der Coach nach dem Spiel.

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Lagebesprechung: Die Ladies-Offense im Huddle
mit der Defense im Hintergrund auf dem Feld.

Bei den Wanderers Ladies war Captain Sophia Böhmer sehr zufrieden mit der Leistung ihres Teams. „Wir haben zum ersten Mal drei Touchdowns in einem Turnier gemacht.“ Auch die Mädels hatten mit Personalproblemen zu kämpfen. „Laura (Eichenauer) hat am Anfang Offense und Defense gespielt. Das war richtig stark.“ Danach gab es schlagkräftige Verstärkung aus Großbritannien. Louise Lee von den Warwick Wolverines hatte einen Gastauftritt in Walldorf-Orange. „Sie hat Safety gespielt und war ein tolle Verstärkung, weil wir ja den Ausfall von Sharina (Becker) kompensieren mussten“, lobte Sophia Böhmer. Fast hätte es in einer Partie sogar zu einem Unentschieden gereicht. „Leider habe ich dann aber kurz vor Schluss eine Interception geworfen, die zum Touchdown zurück getragen wurde“, sagte Böhmer. „Da wollte ich wohl zu viel.“ Insgesamt kommen die Mädels aber immer besser in Fahrt. Sophia Böhmer kämpft zwar noch etwas mit dem Blitz, fühlt sich aber sichtlich wohl als Quarterback. Viel Unterstützung bekommt sie dabei von Laura Eichenauer, die gleich zwei Touchdowns fing. Außerdem kommen immer noch neue Ladys dazu. In Koblenz feierte Laura Petricevic ihre Turnier-Premiere.

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Im Huddle: Coach Carsten hatte alle Hände voll zu tun,
beide Walldorfer Teams zu coachen.

Die Wanderers haben bei Pink Bowl III in Den Haag den siebten Platz belegt. Einige kritische Fehler gegen Team Slovenien besiegelten das Viertelfinal-Aus, nachdem die Walldorfer bei ihrem dritten Ausflug in die Niederlande ihre beste Vorrunde gespielt hatten. Ungeschlagen gingen sie nach dem ersten Tag als Gruppensieger in die Playoffs. Die beste Partie spielten sie dabei gegen die französischen Iron Nuts. Das mit Nationalspielern der Grande Nation gespickte Team deklassierten die Walldorfer mit 40-6. Eine weitere von vielen Premieren in diesem Jahr feierten die Wanderers Ladies. Bei ihrem ersten Auslands-Turnier belegten sie zwar den letzten Platz im Frauen-Wettbewerb, steigerten sich aber von Spiel zu Spiel und zeigten viel Potenzial für eine rosige Zukunft. Nicht  so rosig sieht es unterdessen im Wanderers Lazarett aus. Nachdem Chris Hippmann bei den Herren bereits für Monate ausfällt, muss nun auch bei den Ladies Annika Lehmann mit einer schweren Ellenbogenverletzung länger pausieren. Auch Tim Hochstein (Bein) und Sharina Becker (Finger) konnten das Turnier verletzungsbedingt nicht beenden. Gute Besserung an alle!

Etwas nachdenklich stand Coach Carsten am Sonntagabend am Teambus. Seine Teams hatten gerade den siebten und den letzten Platz in ihrem jeweiligen Wettbewerb bei Pink Bowl III belegt. Auf dem Papier sicherlich nicht das angestrebte Ergebnis. „Ich bin nicht sicher, wie ich das Turnier einordnen soll.“ Denn trotz den etwas ernüchternden Platzierungen, steht nach dem Trip nach Holland viel Positives auf der Walldorfer Haben-Seite: Die Wanderers haben in der Vorrunde gute Teams teilweise klar dominiert und auch in engen Spielen mit Ruhe und Clock-Management nicht die Nerven verloren. Sie konnten, trotz einiger Ausfälle vor und während des Turniers, das Niveau hoch halten und waren im Viertelfinale trotz keinem Stopp in der Verteidigung am Ende in der Position, das Spiel zu gewinnen. Viele neue und junge Spieler waren zum ersten Mal auf einem Turnier über mehrere Tage im Ausland und kamen mit der Reise und veränderten Bedingungen gut zurecht. Deshalb war sich der Coach nach einiger Überlegung doch sicher: „Pink Bowl III war für uns ein Erfolg. Die Herren haben einmal mehr im internationalen Vergleich ihre Qualität unter Beweis gestellt und hatten in den Playoffs dann ein bisschen Pech. Die Ladies haben einen großen Sprung nach vorne gemacht und können jetzt mit Training auf den Erfahrungen aufbauen.“ Außerdem: „Es war ein tolles Team-Event. Als Mannschaft Zeit abseits des Feldes miteinander zu verbringen, ist ungemein wichtig für den Team-Zusammenhalt. Dafür waren die Abende in Den Haag in diesem sowie den beiden vorherigen Jahren Gold wert.“

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Mit einem Lächeln bei der Sache: Sophia Böhmer (Mitte)
freut sich über die Entwicklung ihres Teams.

Das findet auch Sophia Böhmer von den Wanderers Ladies: “ Die meisten waren vor Den Haag nicht weiter als Bad Homburg für ein Turnier gefahren. Schon allein deshalb war es eine tolle Erfahrung. Viele von uns waren vorher auch noch nie Teil eines Teams in einer Mannschaftssportart. Deshalb war es richtig gut, mal zusammen eine solche Fahrt zu machen.“ Spielerisch habe es dann in der Verteidigung etwas bei den Übergaben gehakt und der Angriff ließ etwas den Rhythmus vermissen. „Wir haben uns dann aber reingekämpft und sind immer besser geworden. Wir brauchen noch mehr Kontinuität im Training, um solche Sprünge auch außerhalb von Turnieren zu machen.“ Ein Schock war dann die Verletzung von Annika Lehmann. „Wir haben das Spiel gegen Warwick am zweiten Tag dann abbrechen müssen, weil Annikas Gesundheit natürlich vorging und sie auf dem Platz behandelt werden musste.“ Das Krankenhaus konnte sie noch am frühen Abend wieder verlassen und das ganze Team wünscht ihr gute Besserung. Ein Höhepunkt des Turniers war für die Ladies der Vergleich mit den flinken Mexikanerinnen. „Wir konnten sie zweimal in der Verteidigung stoppen und konnten ein gutes Spiel zeigen auch wenn es am Ende sehr deutlich nicht zum Sieg gereicht hat.“

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Gute Stimmung: Receiver Tim Petri (links) und 
der verletzte Chris Hippmann machen es sich gemütlich.