Champions again! Die Walldorf Wanderers haben die German Flag Open 2015 gewonnen. Die Walldorfer sicherten sich nach 2008, 2009, 2012 und 2013 ihren fünften Titel in diesem Wettbewerb. Im Finale, das im Stadion des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks ausgetragen wurde, kam es einmal mehr zum „El Clasico“ des deutschen Flagfootball. Wie so oft hieß es Kelkheim Lizzards gegen Walldorf Wanderers im Kampf um den Titel. Mit einer souveränen Leistung setzten die Wanderers mit einem nie gefährdeten 27-13-Finalerfolg einer überzeugenden Turnierleistung die Krone auf. Zuvor konnten sie alle ihre Spiele an diesem Tag gewinnen und hielten dabei drei Teams, darunter die Titelverteidiger aus Lübeck, punktlos. Damit geht für die Wanderers eine erfolgreiche Outdoor-Saison mit Turniersiegen in Wiesbaden, Kelkheim und Berlin zuende.

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Titel-Jubel: Die Wanderers sind wieder Deutscher Meister.

„So sehen Sieger aus, schalalalala“, sangen die tanzenden Wanderers nach ihrem Sieg gegen die Lizzards. Wenige Stunden bevor die Pyro-Technik für den German Bowl zündete, hatten die Wanderers auf dem Feld im Stadion des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks bereits ein Feuerwerk abgefackelt. Denn die Wanderers-Offense legte im Finale der German Flag Open los wie eine Rakete. Der erste Drive brachte direkt einen Touchdown. Nachdem die Defense danach halten konnte, legte die Mannen um Quarterback Benjamin Klever direkt nach und bauten die Führung auf zwei Scores aus. Der folgende Stop der Walldorfer Verteidigung fühlte sich bereits wie eine Vorentscheidung an. In dieser Phase wirkte der Kelkheimer Angriff ohne Rhythmus, auch weil Lizzards Quarterback Andreas Hufer mit einer Handverletzung kämpfte und seine Pässe nicht die gewohnte Präzision hatten. In der zweiten Hälfte wechselten die Kelkheimer auf der Quarterback-Position und konnten noch zwei Touchdowns erzielen. Doch die Wanderers ließen sich nicht beirren, legten selbst noch zwei Touchdowns nach und fingen durch Peter „Der Lehrer“ Rehfeld einen Pass ab. Endstand 27-13 Wanderers.

„Wir haben heute eine großartige Teamleistung abgeliefert und uns während des gesamten Turniers keine Schwächephasen erlaubt“, fasste Coach Carsten, der die Open nun zweimal als Spieler und zweimal als Coach gewonnen hat, den Tag zusammen. Besonders in den Playoffs überzeugte die Defense. „Wir haben in Viertel- und Halbfinale keine Punkte zugelassen und mit den Lübeckern eine der stärksten Offenses des Turniers neutralisiert.“ Den Walldorfern kam dabei zugute, dass sie ihren besten Safety Julian Klitsch doch noch kurzfristig für das Turnier aktivieren konnten. Nachdem er zuletzt einige Zeit nicht trainieren konnte, war sein Einsatz fraglich gewesen. Doch auch ohne Training spielte die Walldorfer Nummer 9 auf gewohnt hohem Niveau und Klitsch krönte seine Leistung im Finale mit der Auszeichnung zum Defense-MVP. Auch Safety Vasili Kartselos stellte seine Härte und Vielseitigkeit unter Beweis: Nur eine Woche nach seiner Knieverletzung in Den Haag spielte er die kompletten Open auf der Corner-Position durch.

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El Clasico: Im Finale standen sich wiedermal die
Kelkheim Lizzards und die Walldorf Wanderers gegenüber.

Damit liegt eine der intensivsten Phasen der Teamgeschichte nun hinter den Wanderers: Drei Turniere in fünf Wochen mit über 2000 Reisekilometern waren definitiv eine Herausforderung. Für die Nationalspieler Benjamin Klever, Vasili Kartselos, Christopher Hippmann und Fabian Achenbach kam noch die Europameisterschaft in Madrid hinzu. Sie hatten also in den letzten fünf Wochen nur an einem Wochenende Pause. Trotz der Belastung können sich die Resultate sehen lassen: Turniersiege in Berlin und Wiesbaden sowie ein zweiter Platz in Den Haag sind eine tolle Bilanz. Hinzu kommt der hervorragende dritte Platz der Nationalmannschaft bei der EM, an dem die Wanderers-Spieler einen großen Anteil hatten. Die kommenden Wochen und Monate werden die Wanderers vor allem dazu nutzen, wieder fit zu werden. Denn der Turnier-Marathon hat deutliche Spuren hinterlassen: Andreas Schneider (Bänderabriss im Fußgelenk), Fabian Achenbach (Schlüsselbeinbruch), Chrisopher Hippmann (ausgekugelte Schulter) und Vasili Kartselos (Bänderverletzung im Knie) müssen Verletzungen auskurieren. Bis zum Start in die Hallensaison wartet ein hartes Stück Trainingsarbeit auf alle Wanderers.

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